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Dumella, Afrika

UNTERWEGS
AFRIKA


September 2022

Dumella, Afrika

ERIN HANSON

Woher nehme ich nur diesen Mut?

Noch acht Tage

Im Khama Rhino Sanctuary

Wir erreichen unser erstes Ziel: das Khama Rhino Sanctuary, ein rund 43 km² großes Schutzgebiet für vom Aussterben bedrohte Spitz- und Breitmaul-Nashörner. Da wir spät dran sind – die Sonne neigt sich schon langsam dem Horizont zu –, starten wir recht schnell zu unserer Tour. Gleich hier am allerersten Wasserloch erwartet uns eine Seltenheit: Es gibt zur Zeit in diesem riesigen Park insgesamt nur sechs Spitzmaulnashörner und eines davon steht doch tatsächlich dort am Wasser. Wir bestaunen Zebras, Nashörner, Giraffen, viele Impalas und sogar eine Schabrackenhyäne im Licht der untergehenden Sonne. Es ist ein außergewöhnlicher Abend. Alles ist so neu und aufregend und die Gefühle fahren Achterbahn.

Die erste Nacht im Busch

Dann wird es dunkel und wir sitzen ein erstes Mal am Lagerfeuer. Die Marulabäume breiten ihre Äste schützend über uns aus wie große, liebevolle Arme. Und dann kommt der Mond. Es ist Vollmond. Der weiße Sand der Kalahari reflektiert sein silbernes Licht und lässt alles wie unwirklich erscheinen. Weit weg hören wir die Tiere, deren Rufe wir heute noch nicht so recht einordnen können. Es gibt hier weder Zäune noch Mauern, die uns schützen könnten, und doch habe ich keine Angst. Ganz im Gegenteil. Ich werde ganz ruhig und kann es kaum glauben, diesen Moment, diese außergewöhnliche Nacht hier an diesem Ort erleben zu dürfen. Ich spüre eine Vertrautheit, ein Urvertrauen, das mich während der gesamten Reise tragen wird. Hakuna Matata.

Bald werden wir müde und schlüpfen im Zelt in unsere Schlafsäcke. An zwei Seiten lassen wir die Fenster offen, so können wir nach draußen blicken. Der Mond steht hell und klar am Himmel, vor lauter Glücksgefühlen kann ich gar nicht einschlafen. In den frühen Morgenstunden wird es dann so kalt, dass ich nun nicht mehr weiterschlafen kann. Es ist eine kurze Nacht. Und doch liegt über allem eine wunderschöne Stimmung, unsere Blicke schweifen durch die Äste der Marulabäume und folgen dem Mond auf seiner Bahn.

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