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November in Dänemark

November in Dänemark

Viele Menschen ziehen bei dem Gedanken an Dänemark im November die Schultern hoch, ich sehe förmlich, wie ihnen die Gänsehaut die Arme hochkriecht. Wenn man es nicht mag oder noch nicht erlebt hat, kann man sich das vielleicht nicht vorstellen. Aber es waren Tage, die ich noch immer in meinem Herzen trage. Noch immer fühle ich den Wind in meinen Haaren, den Sturm, der an meinem Mantel zerrt, höre noch die See, wie sie tobt und faucht und weiße Wellen auf den Strand spült. In genau diesen Momenten spürte ich, wie ich lebe, wie glücklich ich bin und wie die Natur noch immer alles in der Hand hält.

Bei manchen Reisen muss ich erst in meinen Erinnerungen herumsuchen, bis mir wieder einfällt, wie es dort war. Aber Dänemark ist noch heute präsent, dieses raue Wetter, die fauchende, lebendige Nordsee, der Strand, an dem man stundenlang laufen konnte, der herrliche Kaffee und die berühmte „Wiener Stange“, dieses sensationelle Plundergebäck mit Marzipan und Mandeln. Wenn wir nach einem Ausflug vom Wind durchgebeutelt in unser Ferienhaus zurückkamen, machten wir es uns gemütlich mit den dicken Socken vor dem kleinen Holzofen. Meist kam dann bereits wieder die Sonne hinter den Wolken hervor und ich wäre am liebsten gleich sofort wieder losgezogen.

Dann gab es noch die sonnenverwöhnten Wintertage. Das Luft war kalt, aber nichts hielt uns daheim. Wir waren wieder am Strand unterwegs, haben in den Dünen Kopfstand geübt und das klare, warme Licht wärmte unsere Seelen.

Hier auf der Nehrung Holmsland spüre ich dieses ganz besondere Nordland-Flair. Ich mag es, durch kleine Ortschaften zu schlendern, in der Sonne zu sitzen, nach Fischbrötchen zu suchen und immer wieder zwischendurch die Mütze festzuhalten, weil der Wind sie dir sonst davon trägt. Alles ist beschaulich, langsam, achtsam. So kann ich mich erholen, neue Kraft tanken. Schön, dass es das noch gibt
Und dann gibt es noch diese Nebel-Tage, ganz ganz leise, selbst das Meer ist plötzlich still.



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