Jahresrückblick 2025: Ich weiß jetzt, wer ich bin, wenn ich mutig bin.

Blick von Waren aus auf die Müritz im Abendlicht
JAHRESRÜCKBLICK 2025


DEZEMBER 2025 |

Jahresrückblick 2025: Ich weiß jetzt, wer ich bin, wenn ich mutig bin.

Zwischen Fernweh, Mut und erfüllten Träumen

Manche Jahre fühlen sich an wie ein einziger Atemzug, andere wie ein Sprung ins kalte Wasser. Dieses Jahr habe ich beides erlebt. Es ist herausfordernd, die Bilder in meinem Kopf zu sortieren. Kaum denke ich an einen bestimmen Moment, flimmern schon Erinnerungen aus ganz anderen Tagen vorbei. 2025 war bunt, vielfältig, wild und unendlich bereichernd. Davon möchte ich euch in diesem Jahresrückblick 2025 erzählen.

Es war ein bewegtes Jahr, im wahrsten Sinne des Wortes: Sieben Reisen, Freude am Sport und damit verbunden im Inneren ein heilsames Lösen von alten Mustern: Ein Jahr im Fluss, das mich gelehrt hat, loszulassen.

Ein Jahr, in dem ich ankam, während ich aufbrach.

In meiner Familie gab es seit Generationen zwei Lager: Die einen waren die Reiselustigen, die Ruhelosen, immer neugierig auf das, was hinter dem Horizont liegt. Die anderen waren der Anker, sesshaft, bodenständig, der sichere Hafen. Jahrzehntelang war ich felsenfest davon überzeugt, zu der zweiten Gruppe zu gehören. Eine Woche Urlaub in den Bergen, ein paar Tage an der See, das machte mich glücklich.

Alles änderte sich vor sieben Jahren, plötzlich musste ich mein Leben neu sortieren. Mit dieser Eigenverantwortung kam die Veränderung. Ganz langsam spürte ich, dass in mir viel mehr von den Abenteurern steckte, als ich jemals zugegeben hätte. In kleinen Schritten begann ich, meine Reiseträume zu verwirklichen. Fast mit einem schlechten Gewissen, denn dieses „dolce vita“ passte nicht so recht zu meinen Vorstellungen von Bodenständigkeit.

Es fühlte sich fremd an, fast wie ein Verrat an meinen Wurzeln. Heute kann ich darüber lächeln, denn ich weiß:

Man kann tief verwurzelt sein, während man gleichzeitig die Welt entdeckt.

Ein Feld mit Muskateller-Salbei in der Provence

Was war los in diesem Jahr?

Vollzeit-Oma mit Fernweh im Herzen

Mein Alltag ist bunt und aufregend. Er duftet nach Garten und Blumen, wirbelt hin und her zwischen Kindergarten, Schule und Familienalltag. Ich bin Vollzeit-Oma und Vollzeit-Genießerin in Personalunion. Es gibt für mich kaum etwas schöneres als den Moment, wenn sich kleine Kinderarme um meinen Hals schlingen und alles um uns herum mucksmäuschenstill wird, während ich ihnen eine Geschichte vorlese. Oder wenn die Hausaufgaben plötzlich ganz einfach gehen, weil wir die Lösung gemeinsam finden. Das ist mein Leben aus vollem Herzen.

Zwischen diesen lauten und leisen Tagen schleicht sich allerdings gerne leichtes Fernweh ein. Leise, aber unüberhörbar. Und ich weiß: Wenn das Herz ruft, antwortet das Leben mit kleinen Wundern.

So wie im Frühjahr auf der Autobahn. Freunde erzählen von ihren Urlaubsplänen. Provence. Lavendelblüte. In drei Wochen. Provence? Sehnsuchtsort. Und fotografieren? Ist meine Leidenschaft. Herz und Verstand waren sich sofort einig und gaben grünes Licht. Zwanzig Minuten später war eine Ferienwohnung für uns drei gebucht. Ich grinste über das ganze Gesicht und schrieb an meine Kinder: „Ich bin dann mal weg!“

Manchmal bittet dich das Leben zum Tanz. Dann hab den Mut und lass dich führen.

Ein Lavendelfeld in der Provence mit einem verfallenen Gebäude im Hintergrund

Ich will wandern

Dann kam der Herbst und mit ihm meine Sehnsucht nach den Bergen. Nach vielen Jahren war es nun an der Zeit, mich wieder einzulassen auf diese gigantische Bergwelt, die Dolomiten in Südtirol. Ich wollte während dieser Reise Erinnerungen fühlen. Das ist mir auf die schönste Weise auch gelungen. Während einer unserer Wanderungen prägte meine Freundin folgenden Satz:

Alte Ziele auf neuen Wegen

Blick auf Dolomiten-Berge mit schönem Wolkenspiel

Und genau so war es auch. Ich wollte Wege gehen und Ziele erreichen, die ich von früher kannte, die ich damals schon so gerne gegangen bin. Da waren der Adolf-Munkel-Weg im Vilnößtal mit der Gampen- und der Gschnaggenhardalm, die Plattkofelhütte, die Viel de Pan, die Seiser Alm. Und ich wollte unbedingt zum Falzarego-Pass. Ich kann es nicht erklären, aber dort hatte ich schon immer das Gefühl, dem Himmel ganz besonders nahe zu sein.

All diese Orte habe ich wiedergesehen und erwandert. Aber fast immer auf neuen Wegen. Früher fuhren wir immer über Kastelruth zur Seiser Alm. Dieses Mal sah ich diese wunderschöne Gegend das erste Mal aus der entgegengesetzten Richtung und war regelrecht erschlagen von diesem überwältigenden Panorama. Es ist kaum zu glauben, wie sehr sich die Sicht veränderte. Nicht nur die spektakuläre Aussicht auf grandiose Berge, nein. Ich habe dadurch wieder gespürt, dass man auch im Leben nicht immer nur auf den gleichen Wegen gehen sollte. Vielleicht ist die Sicht von dort aus manchmal sogar besser.

Camping mit Oma. Fast schon Routine.

Es strengt schon an. Bis das ganze Equipment für’s Zelten endlich zusammengesucht und im Auto verstaut ist, hat man schon gut zu tun.

Blick in den Kofferraum, voll mit Camping-Ausrüstung

Man meint immer, Camping ist chillig, zurück zu den Wurzeln und so. Ja, ist es auch. Aber halt erst, wenn wir angekommen sind, das Zelt aufgebaut ist, Schlaf- und Küchenbereich eingeräumt sind, der Espresso endlich in der neuen Campingtasse dampft und möglichst, bitteschön, auch schön die Sonne scheint.

Wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ich doch manchmal überlege, ob ich das Camping im nächsten Jahr nicht mal ausfallen lasse. Dieser Gedanke hat genau so lange Bestand, bis das Kind mit einem kleinen Jungen aus dem Zelt gegenüber Blickkontakt aufgenommen hat. Beide lassen sich nicht mehr aus den Augen. Worte fallen keine. Blicke reichen. Dann schaut er mich an mit diesem vorsichtigen Grinsen im Gesicht. Er möchte den Jungen ansprechen, traut sich aber nicht. Ich nicke ihm zu, einmal, zweimal. Und dann fährt er mit seinem Bike über den Weg, rüber zu Tim. So heißt der neue Freund.

Zwei Jungs auf dem Campingplatz, versteckt hinter Handtüchern

Kinder zeigen uns, wie diese Welt am besten funktioniert. Wir sind noch keine drei Stunden dort und die beiden haben sich gefunden. Sie werden die ganze Woche alles nur noch gemeinsam machen. Am Ende stehen sie nebeneinander im Waschraum beim Zähneputzen, ihre Fahrradhelme auf dem Kopf und ein Handtuch über der Schulter. Dann stellt sich diese Frage nicht mehr, ob ich das im nächsten Jahr noch einmal mit ihm mache. Wir werden wieder gemeinsam unterwegs sein. Ganz bestimmt.

Himmelbett im Kofferraum

Endlich getraut: Mein erster Roadtripp mit Übernachtung im eigenen Auto. Sehr mutig. Für mich auf jeden Fall. Geträumt hatte ich davon schon lange, umgesetzt hatte ich es bis dahin noch nie. Nun war es soweit.

Im Frühjahr traf ich mich mit einer Freundin zu den Norddeutschen Fototagen in Waren an der Müritz.

Blick von Waren aus auf die Müritz im Abendlicht

Dort standen wir dann für zwei Nächte auf einem Stellplatz, eingerahmt von schützenden Büschen und Hecken. Im März. Ohne Standheizung. Nun, die Nacht war eisig, mit Regen und Schnee. Gegen die Kälte hatte ich vorgesorgt: Lange Ski-Unterwäsche, warme Fleecehose, dicker Pulli und als absolutes Highlight: meine schöne, warme Zudecke von daheim. So eingemummelt schlief ich tief und fest, fühlte mich kuschelig wohl und vor allen Dingen unendlich frei.

Die große Prüfung kam an zweiten Morgen. Solange die Sonne schien und es trocken war (und auch nicht ganz so frostig), war das Anziehen und Frühstücken ein Kinderspiel. Bei diesen winterlichen Bedingungen allerdings, wenn es gussnieder regnet, wird das Aufstehen schnell zur mentalen Zerreißprobe. Mit Gänsehaut am ganzen Körper willst du einfach nicht raus aus der Komfortzone. Abenteuerlust hin oder her.

Letztendlich kann ich sagen: Es war eng, es war frostig, es war genial. Ein Abenteuer, das zeigte: Es braucht nicht mehr als ein paar Quadratmeter Blech, um sich vollkommen frei zu fühlen.

Mein Ausblick auf 2026

Ich werde weiterhin meine guten, alten Freundschaften liebevoll pflegen, meine Familie mit allen Kräften lieben und unterstützen, mich noch mehr in die Welt hinaus wagen, auf mein Glück vertrauen, meiner Intuition folgen und neugierig bleiben. Und bei all dem werde ich weiterhin aus tiefstem Herzen dankbar sein für das, was mir das Leben schenkt, denn

ich weiß jetzt, wer ich bin, wenn ich mutig bin.

Freuen wir uns auf ein gutes, gesundes und fröhliches neues Jahr.

Jahresrückblog

Nun noch ein paar Worte zu dem Projekt „Jahresrückblick“: Auch dieses Jahr habe ich mir wieder Motivation und eine große Portion „trau dich“ bei Judith Peters Jahresrückblog geholt. Während dieser Challenge habe ich viele interessante Frauen kennengelernt, ihre Geschichten haben mir gezeigt, wie viel Potential in uns allen steckt, wenn wir uns nur trauen. Das hat mir Mut gemacht, weiterzumachen mit meinem Blog „Reisen & Gefühle“.

Hier habe ich die Jahresrückblicke einiger Frauen aufgeführt, die mich inspirieren, berühren und ins Tun bringen:

Steffis Traumzeit: Loslassen, Unterwegssein und Ankommen

Stille Seiten: Wenn zu viel wirklich zu viel ist

BeYou-erfolgreich: Mein Weg in die Sichtbarkeit

Reisen Himmelblau: Nicht alle Ziele erreicht – trotzdem zufrieden

Judith Peters: Das Abenteuer meines Lebens

Diese Liste wird im Laufe der Zeit mit Sicherheit noch wachsen.

4 Antworten zu „Jahresrückblick 2025: Ich weiß jetzt, wer ich bin, wenn ich mutig bin.“

  1. Avatar von Lisa Pietschmann

    Liebe Karin,

    vielen Dank für das Teilen deiner Gedanken und Eindrücke. Ich bewundere dich dafür, wie du deinen Alltag bewältigst und den Mut aufbringst, neue Wege zu gehen. Dass man sich nicht entscheiden muss, ob manentweder verwurzelt oder unterwegs ist.
    Ich wünsche dir alles Gute für das kommende Jahr und weiterhin ganz viel Kraft für deinen Weg.

    Viele Grüße, Lisa

    1. Avatar von karin.dietzel

      Liebe Lisa, danke für deine lieben Worte. Es war eine Entwicklung über einige Jahre, aber immer mit dem Willen, genau dahin zu kommen. Ich liebe es, mich zu entwickeln, nicht stehen zu bleiben, denn das ist wirklich spannend.
      Viele Grüße
      Karin

  2. Avatar von Heidi Stadler

    Liebe Karin,

    herzlichen Dank dafür, dass du uns in deine Entwicklung und in deine Reisen Einblick nehmen lässt. Ich wünsche dir auf deinen nächsten Reisen alles Gute und viele tolle, neue Erfahrungen sowie Eindrücke!

    Liebe Grüße,
    Heidi Stadler

    1. Avatar von karin.dietzel

      Lieben Dank, Heidi, für deine netten Wünsche. Ic wünsche auch dir ein gutes, erfolgreiches, buntes, vor allem aber gesundes und friedliches neues Jahr.
      Liebe Grüße
      Karin

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